Symposium CIMIS III: Candela – Isler – Müther

Veranstalter: Professur für Architekturtheorie, Prof. Dr. L. Stalder und Professur für Tragwerksentwurf, Prof. Dr. J. Schwartz
Datum: Mittwoch, 29. Juni 2022 bis Donnerstag, 30. Juni 2022
Zeit: 13.30 Uhr bis 18.00 Uhr
Ort: ETH Main Building, Rämistrasse 101, Zürich, HG D 1.1

Am 29. und 30. Juni findet in Zürich ein internationales Symposium zu Werk und Wirken von Félix Candela, Heinz Isler und Ulrich Müther statt. Es schliesst eine 2018 begonnene dreiteilige Veranstaltungsreihe ab, die am Institut für Geschichte und Theorie der Architektur (gta) in Kooperation mit der Professur für Tragwerksentwurf an der ETH Zürich sowie der Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM) und dem Müther-Archiv der Hochschule Wismar organisiert wird.

Programm 

Das Wirken von Félix Candela (1910–1997), Heinz Isler (1926–2009) und Ulrich Müther (1934–2007) fällt in die Hochphase des Betonschalenbaus in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, die der Architekt Candela in Mexiko und den USA ebenso massgeblich geprägt hat wie die Ingenieure Isler und Müther in der Schweiz beziehungsweise der DDR. Über die Grenzen politischer Systeme hinweg standen sie in regem fachlichem Austausch, der über persönliche Netzwerke und Organisationen wie etwa die 1959 ins Leben gerufene International Association for Shell Structures (IASS) stattfand. Ungeachtet ihrer gegenseitigen Beeinflussungen und ihres gemeinsamen Tätigkeitsfelds im Allgemeinen ist ihre professionelle Arbeit im Speziellen von bemerkenswerten Unterschieden gekennzeichnet, die es herauszuarbeiten gilt. Während Candela in Mexiko zum unangefochtenen Meister eleganter Schalen avancierte, die zumeist bei öffentlichen Bauten Verwendung fanden, positionierte sich Isler insbesondere mit seinem in Planung wie Bauablauf optimierten System von Industrieschalen erfolgreich als unternehmerisch tätiger Ingenieur im Schweizer Mittelland. Müther wiederum konnte unter den Bedingungen der sozialistischen Planwirtschaft eine Monopolstellung sowohl im Entwurf als auch in der Ausführung derartiger Bauwerke durch sein eigenes Bauunternehmen erlangen.

Neben frühen Projekten und Meilensteinen im Werk der drei Protagonisten wird das zweitägige Symposium an der ETH Zürich deren Wirken in den zeitgeschichtlichen Kontext einbetten. Ihre experimentellen Formfindungsmethoden sind ebenso Gegenstand der Vorträge wie ihre Arbeiten mit neuen Baumaterialien wie Kunststoff oder Aluminium. Daneben wird der Frage nachgegangen, inwiefern der dünnwandige Betonschalenbau für die heutige Baupraxis fruchtbar gemacht werden kann. Inzwischen nagt an den historischen Schalenbauten des 20. Jahrhunderts der Zahn der Zeit, weshalb am Symposium exemplarische Werke auch aus baudenkmalpflegerischer Perspektive betrachtet werden, um über Probleme und Potentiale ihres Erhalts zu diskutieren.

Die Teilnahme am Symposium ist kostenfrei, es ist keine Anmeldung erforderlich.

Kooperationspartner
Universidad Nacional Autónoma de México (UNAM), Facultad Arquitectura
Hochschule Wismar, Müther-Archiv

Finanzierung
Schweizerischer Nationalfonds (SNF) im Rahmen des Forschungsprojekts „Experimentelles Entwerfen in der Nachkriegszeit – Der Beitrag von Heinz Isler (1926–2009) aus ingenieur- und kulturhistorischer Perspektive“

Kontakt

Dr. Rainer Schützeichel


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