Vom 18. bis 21. Februar 2025 besuchte eine Delegation der Hochschule Wismar, bestehend aus der Geschäftsführerin des Robert-Schmidt-Instituts (RSI) Regina Krause, dem wissenschaftlichen Mitarbeiter Jan Siering sowie der EU-Referentin Evgenia Mahler, die Heliopolis University of Sustainable Development (HUSD) in Ägypten. Mit dem Besuch sollte die seit vier Jahren bestehende Partnerschaft mit weiteren gemeinsamen Forschungsprojekten ausgebaut werden.
Ein zentraler Punkt der neuen Kooperation ist ein bilateraler Forschungsantrag zum Thema zirkuläres Wassermanagement in der Landwirtschaft. Hierbei soll die von der Hochschule Wismar entwickelte wassersparenden Bewässerungstechnologie mit naturbasierten Methoden zur Wassergewinnung aus Abwasser an der HUSD in einem integrierten zirkularen Model implementiert werden. Damit wäre nicht nur eine Wasserersparnis von bis zu 80 Prozent gegenüber einer Tröpfchenbewässerung möglich, sondern auch die ökologische Nutzung der regionalen Abwässer. In Ägypten, wo Wasserressourcen aufgrund des Klimawandels und geopolitischer Spannungen im Einzugsgebiet des Nil von entscheidender Bedeutung sind, könnte diese Forschung über 30.000 Kleinbauern unterstützen, die im Rahmen der SEKEM Organisation ökologische Landwirtschaft betreiben. Während ihres Aufenthalts erhielt die Delegation aus Wismar Einblicke in die landwirtschaftlichen Praktiken und ökologisch zertifizierten Produktion auf der SEKEM Farm in Belbies und führte ein intensives Gespräch mit Helmy Abouleish, dem Eigentümer und Geschäftsführer von SEKEM, der großes Interesse zeigte und seine Unterstützung zusicherte.
Der Besuch beinhaltete auch Gespräche mit Vertretern der HUSD-Universitätsleitung, einschließlich dem Präsidenten, Prof. Dr. Gouda Helal, und der Dekanin der Fakultät für Ingenieurwissenschaften, Prof. Randa Abd-Alkareem. Die Universität ist komplett auf Nachhaltigkeit ausgerichtet und bietet viele Ansätze für eine künftige Zusammenarbeit zur Entwicklung eines nachhaltigen Campus in Wismar. Durch die beschlossene Planung von zwei weiteren Forschungsanträgen im Rahmen der Horizon Europe-Förderaufrufe 2025 im Bereich Wassermanagement und Agroökologie wird die Kooperation weiter intensiviert. Abschließend wurden potenzielle Geschäftsmöglichkeiten mit lokalen Unternehmen zur kommerziellen Nutzung der Forschungsergebnisse erkundet.